Rassismus tötet! 1992, Mannheim Schönau. Ein Interview mit Matthias Möller.

20 Jahre ist es her: Rassistische Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen, Mölln und — was viele nicht wissen — auch in Mannheim. Im Frühsommer 1992 attackierten Bewohner*innen des Mannheimer Stadtviertels Schönau tagelang das dortige Flüchtlingsheim. Dies löste auch überregional entschiedene Solidarität mit den Flüchtlingen aus. Vor diesem Hintergrund beleuchtet der Tübinger Kulturwissenschaftler Matthias Möller die unterschiedlichen Konfliktdarstellungen beteiligter Akteure (Polizei, Presse, Stadtverwaltung, Schönauer Bürger*innen, Antifa-Gruppen u.a.). Losgelöst vom hektischen Aktivismus einer akuten Bedrohungssituation nimmt er die Ereignisse in detailliert in den Blick. Obwohl die Gewalt gegen Flüchtlinge zum Beispiel in Rostock-Lichtenhagen oder Mölln weitaus größere Ausmaße und schlimmere Folgen zeitigte, hat gerade der Fall Mannheim-Schönau durchaus exemplarischen Charakter für die Welle pogromartiger Gewalt gegen Flüchtlinge der 1990er Jahre und die daraus entstandenen Diskussionen um antifaschistische Gegenwehr. Anhand der Nachzeichnung damaliger Diskurse und Auseinandersetzungen und der von den Beteiligten gezogenen Konsequenzen schlägt Matthias Möller den Bogen zu der leider auch heute noch aktuellen Frage des Umgangs mit kollektiver Gewalt gegen Flüchtlinge. Matthias Möller »Ein recht direktes Völkchen«? Mannheim-Schönau und die Darstellungsmuster von kollektiver Gewalt gegen Flüchtlinge 180 Seiten, kartoniert, Euro 16.- ISBN 978-3-931786-41-0
www.rassismus-toetet.de  www.berliner-nachrichten.eu http://politischebildungundpartizipation.wordpress.com

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